Natur

7 Gründe für Umweltschutz

Leena
Geschrieben von Leena

Alles ist endlich. Arten sterben. Das ist der Lauf der Natur. Warum sollte man die Umwelt schützen? Wo es doch der natürliche Gang der Dinge ist. Die Starken überleben, die Schwachen sterben.

Der Umweltschutz ist häufig mit solchen Vorurteilen konfrontiert. Wer sich für Nachhaltigkeit, Artenschutz und Klimaschutz engagiert, trifft immer wieder auf solche Aussagen. Deshalb wollen wir hier 6 Argumente liefern, warum Naturschutz wichtig ist.

 

1. Umweltschutz schafft Arbeitsplätze und belebt die Wirtschaft

Tausende Menschen sind deutschlandweit mit Naturschutz beschäftigt. Vom Öko-Landbau bis zur Energiegewinnung aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse. Von der Pflege der Naturparke und Biosphären bis zum Tourismus in den deutschen Nationalparks. Der Umweltschutz schafft Jobs und ist gut für unsere Wirtschaft.

2. Umweltschutz fördert Erfindung und Forschung

Der Mensch hat sehr viel von der Natur gelernt. Die Idee zum ersten Flugapparat stammt von Vogelflügeln. Aus den Pflanzen der Tropenwälder wurden – und werden bis heute – zahlreichen Medikamente gewonnen, wie Antibiotika oder Wirkstoffe gegen Malaria. Auch der Selbstreinigungs-Effekt stammt direkt aus der Natur: Die Lotuspflanze inspirierte die heutigen Lacke und Schmutz abweisenden Oberflächen. In jeder lebenden Tier- und Pflanzenart stecken solche technischen Raffinessen. Und viele Ingenieure und Forscher „schauen zu und bauen nach“. Mit der Zerstörung der Wälder und Arten werden viele Möglichkeiten und potentiellen Heilmittel vernichtet. Die Zusammenhänge, wie der Tropenwald unseren Konsum beeinflusst, können Sie hier nachlesen.

3. Umweltschutz beugt Naturkatastrophen vor

Die Natur hält das Gleichgewicht. So binden die Wälder CO2 zum Wachstum und wandeln es in Sauerstoff um. Das sorgt für Luft zum atmen und verlangsamt auch den Klimawandel. Die Wälder fördern zudem Niederschläge und sind für den Wasserkreislauf und damit unser Trinkwasser wichtig. Und sie schützen vor Bodenerosion und verhindern Erdrutsche und Lawinen. Wird der Wald abgeholzt, verändert dies das Klima ganzer Regionen, bis hin zu Dürren. Je „ursprünglicher“ der Wald ist, desto größer sind die positiven Effekte. Was für die Wälder gilt, gilt auch in anderen Bereichen. Unterlassener Umweltschutz kann schwere Folgen haben. 1995 mussten beim Rhein-Hochwasser rund 200.000 Menschen in den Niederlanden evakuiert werden. Eine Renaturierung der Flüsse beugt solchen Katastrophen vor. Eine Infografik zum Klimawandel finden Sie hier.

4. Umweltschutz macht vor Grenzen nicht Halt

2014 hat Neuseeland die ersten Klimaflüchtlinge anerkannt: Eine Familie, deren Inselstaat durch Naturkatastrophen und die Folgen des Klimawandels besonders stark betroffen ist. Weltweit arbeiten viele Menschen aus allen Ländern gemeinsam daran, die Natur zu schützen, Lösungen zu finden und Nachhaltigkeit zu fördern. Denn was am anderen Ende der Welt passiert, hat auch auf unser Leben Einfluss. Verändert sich das Weltklima und steigt die Durchschnittstemperatur, wird sich das auch auf unsere Flora und Fauna auswirken. Die Einflüsse des Ökosystems sind nicht an politische Grenzen gebunden. Deshalb dürfen wir die globale Perspektive nicht vergessen. Warum wir Umweltschutzorganisationen brauchen und es nicht ohne sie schaffen, erklärt dieser Artikel.

5. Umweltschutz heißt Verantwortung übernehmen für das eigenen Handeln

Beim täglichen Konsum greifen wir auf weltweite Naturressourcen zurück und verbrauchen sie. Für unsere Fruchtsäfte, das Palmöl in unserer Schokolade oder das argentinische Angus-Steak auf unserem Teller werden Tropenwälder gerodet. Der industrielle Anbau der Baumwolle für unsere Kleidung verändert das Klima und damit das Leben von Menschen in anderen Ländern. Deshalb sollten wir darauf achten, wie und was wir kaufen, und die Verantwortung für unser Handeln übernehmen. Auch um unser selbst Willen, denn:

6. Umweltschutz heißt „Menschenschutz“

Wenn wir die Natur schützen, schützen wir damit auch unser eigenes Überleben. Fehlende Naturressourcen, etwa Trinkwasserknappheit, begünstigen Krisen und Kriege. Und schon kleinste Veränderungen im Ökosystem können große Auswirkungen haben. Ein Beispiel: Wenn die Bienen aussterben, hat das fatale Folgen für die Menschen. Die kleinen Insekten sind nicht nur ein riesiger Wirtschaftsfaktor in der globalen Lebensmittelproduktion. Ohne Bienen gäbe es enorme Ernteausfälle, denn die Tiere bestäuben 80% unserer Nutz- und Wildpflanzen. Das heißt: Kein Honig, wenig Obst, kaum Gemüse. Ein Zustand, der zur Mangelernährung führen wird, wohl nicht nur in den ärmeren Ländern. Was jeder Einzelne tun kann, um den Bienen zu helfen, zeigt dieser Artikel.

7. Umweltschutz macht Spaß

Wir genießen die Natur. Wir wandern, klettern, schwimmen in Seen oder fahren Rad. Viele Tourismusregionen haben sich das „Naturerlebnis“ auf die Fahnen geschrieben. Und genau das lockt die Besucher an. Und nicht nur in Deutschland: Die wilden Naturländer rund um den Globus ziehen Menschen an. Kinder – und auch Erwachsene – lernen von der Natur, von der Tierbeobachtung. Und auch die Erfolge der Naturschützer weltweit, bedrohte Arten wieder aufzubauen, Reservate zu schaffen und der Natur so einen wichtigen Teil zurückzugeben, sind ein Grund zur Freude. Regionale Reisetipps zu 40 Urlaubszielen in Deutschland finden Sie hier.

Wir selbst sind ein Teil der Natur und ein Teil des Kreislaufs. Auch wenn es uns so vorkommt, als würden „der Mensch sich die Natur untertan“ machen, sind wir stark von ihr abhängig. Unser Eingreifen in die Natur hat spürbare Folgen für unser Alltagsleben. Viele davon sind heute schon absehbar. Umso wichtiger ist es, jetzt zu handeln. Und auch kleine Veränderungen im Alltag tragen dazu bei, die Natur zu schützen und zukunftsweisend zu handeln.

Vielen Dank an unseren Leser Andreas für den Anstoß zu diesem Artikel.

 

„Der Einzelne kann nichts verändern“: Warum dieses Vorurteil falsch ist, können Sie hier nachlesen.

Nachhaltigkeit im Alltag umsetzen? Dieser Artikel zeigt Beispiele, wie es funktioniert.

Die 20 größten Konsumsünden, auf die wir nicht verzichten können, finden Sie hier aufgelistet.

 

 

Foto: Dino Reichmuth, unsplash.com

 

Quellen:

ORF.at (2014): Online.

Bundesamt für Naturschutz (2005): Online.

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