Natur

10 Tipps für einen naturnahen Garten

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Geschrieben von Gast

Dies ist ein Gastbeitrag von Gartenbista

Ein Naturgarten bietet nicht nur Menschen einen wunderbaren Rückzugsort, sondern ist auch ein idealer Lebensraum für heimische Tiere, Insekten und Pflanzen. Ein solches Stückchen Paradies zu gestalten ist nicht besonders schwierig, wenn einige Tipps berücksichtigt werden.

1. Auf Rasenmähen teilweise verzichten

Auch, wenn eine gepflegte, gestutzte Grünfläche der Stolz manchen Hobbygärtners ist: in einem Naturgarten kann diese Tätigkeit gerne vernachlässigt werden. Jene Pflanzen, die sich zwischen dem Gras ansiedeln und die gemeinhin als Wildgewächse oder Unkraut bezeichnet werden, sind wertvolle Nahrungsquellen für heimische Insekten.

2. Bienenweiden anlegen

Noch besser werden die Insekten versorgt, wenn anstelle von reinem Rasen Wildblumenwiesen beziehungsweise Bienenweiden angelegt werden. Diese bieten auch optisch einen wunderschönen Anblick. Bei der Auswahl der Pflanzen ist darauf zu achten, dass es sich um heimische handelt, da Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und Co sie kennen und mögen. Besonders gut geeignet sind

  • Hornklee
  • Klatschmohn
  • Kornblume
  • Margerite
  • Rotklee
  • Weiße Lichtnelke
  • Wiesenglockenblume

3. Insektenhotels aufstellen

Nicht nur Nahrung ist für heimische Insekten wichtig, sondern auch Nist- und Ruheplätze. Insektenhotels bieten sich hierfür an, die sowohl aufgehängt als auch aufgestellt werden können. Sehr viel Spaß macht es, solche Behausungen selber zu bauen und somit individuell zu gestalten.

4. Unkraut ruhig mal stehenlassen

Es liegt in der Natur eines Gartenbesitzers, Unkraut entfernen zu wollen. Doch gerade diese Pflanzen dienen vielen Tieren als Nahrung: sowohl die Pollen als auch grüne Pflanzenteile und sogar die Wurzeln werden gerne verzehrt. So sollte in einem naturnahen Garten das eine oder andere Wildgewächs stehengelassen werden.

5. Pestizide? Ein absolutes No-Go

Sollte es dennoch unumgänglich sein, Unkraut zu entfernen, so sollte dies grundsätzlich manuell geschehen. Chemische Mittel haben in Gärten nichts zu suchen – und schon überhaupt nichts in Naturgärten. Unerheblich, ob es sich um chemische Dünge-, Insektenvernichtungs- oder Pflanzenschutzmittel handelt: sie zerstören das ökologische Gleichgewicht. Insekten, die gerne als Schädlinge bezeichnet werden, dienen anderen Insekten sowie Gartenvögeln als Nahrung, so dass sie durchaus eine Daseinsberechtigung haben.

6. Gartenvögel versorgen

Leider geht der bestand der heimischen Gartenvögel immer weiter zurück. Ursächlich hierfür ist zum einen der Einsatz von Pestiziden und das dadurch immer geringer werdende Nahrungsangebot, zum anderen aber auch die schwindenden Lebensräume im Zuge der voranschreitenden Urbanisierung. Als Gartenbesitzer kann man jedoch einen wertvollen Beitrag zum Erhalt der gefiederten Freunde leisten:

  • Aufhängen von Nistkästen
  • Bereitstellen von Futter

Die Nistkästen helfen den Vögeln, sich fortzupflanzen und in Ruhe ihre Jungen aufzuziehen. Futter kann sowohl ganzjährig als auch ausschließlich in der kalten Jahreszeit verabreicht werden. Dabei muss man sich keine Sorgen machen, dass die Tiere ihren natürlichen Instinkt zur Futtersuche verlieren. Erfahrungsgemäß nehmen sie nur so viel der von Menschen bereitgestellten Nahrung zu sich, wie ihnen fehlt.

Im Übrigen muss es nicht zwangsläufig gekauftes Vogelfutter sein: Sonnenblumen sehen nicht nur fantastisch aus, sondern stellen eine reichhaltige Nahrungsquelle dar. Sie werden nach dem Verblühen einfach stehengelassen – die Vögel werden sich bedienen.

7. Bei der Pflanzenauswahl auch an Gartenvögel denken

Bereits bei der Auswahl der Heckenpflanzen sollten die Vorlieben der Vögel berücksichtigt werden: die Hecke sollte zum einen so dicht und geschützt sein, dass sich darin sehr gut Nester bauen lassen, zum anderen möglichst Beeren hervorbringen, welche wiederum als Nahrung verwendet werden können. Liguster beispielsweise ist hervorragend geeignet; auch Kirschlorbeer sowie Hainbuchenhecken sind ideal.

8. Igel nicht vergessen!

Die oben genannten Heckenpflanzen bieten per se schon recht gute Unterschlupfmöglichkeiten für Igel. Als Winterquartier jedoch ist dieser Schutz nicht ausreichend. Damit die stacheligen Tiere die kalte Jahreszeit überstehen, kann man ihnen ein Igelhaus bauen oder kaufen. Wichtig dabei ist, es rechtzeitig zu platzieren, damit die Igel bis zum Wintereinbruch Zeit haben, es zu entdecken und es einzurichten. Hierfür können in unmittelbarer Nähe des Häuschens Blätter, Reisig und Zweige deponiert werden. Alternativ kann auch in einer ruhigen Ecke Laub liegengelassen werden, da auch ein großer Blätterhaufen Schutz vor Kälte bietet.

9. Auch Tiere haben Durst…

Ob Insekten, Vögel oder Kleintiere: sie alle benötigen nicht nur Nahrung, sondern auch Wasser. Ideal ist es, wenn man in seinem Naturnahen Garten einen kleinen Teich hat, aus dem die tierischen Bewohner trinken können. Doch es geht auch anders: Wasserschalen oder Tränken können ebenso verwendet werden. Wichtig dabei ist, dass das Wasser regelmäßig erneuert wird, damit sich dort keine Bakterien und Viren ansammeln können.

10. Kompost verwenden

In jedem Naturgarten sollte sich ein Komposthaufen befinden, in dem die wertvolle Erde angesetzt wird. Diese eignet sich hervorragend zum Kultivieren von Pflanzen, da sie viele Nährstoffe enthält. Zudem ist Kompost ein reines Naturprodukt, welches den Boden gut durchlüftet und auflockert.

Der Fantasie bei der Errichtung eines idealen Lebensraumes für Menschen, Tiere und Pflanzen sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Weitere Informationen und Ideen zu einer naturnahen Gartengestaltung findet man auf gartenbista.de.

Photo by Bee Calder on Unsplash

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