Soziales

Der vergessene Konsum

Florian
Geschrieben von Florian

Seit 2003 sind die Konsum-Ausgaben privater Haushalte in Deutschland um 12,4% auf monatlich 2.448 Euro angestiegen. Angeschafft werden hauptsächlich materielle Dinge wie z.B. Smartphones, Flachbildschirme, Navis, Autos, Kleidung, Möbel, Haushalts- und Küchengeräte. Jetzt könnte ich ausholen, welche Ressourcen die Herstellung gekostet hat und welche Umweltauswirkungen dieser Konsum hat. Das mache ich aber nicht. Vielmehr widme ich diesen Beitrag einem Bereich des Konsums, der vergessen wird.

Dieser vergessene Konsum macht nur 0,9% des Privat-Konsums aus. Es ist der schwächste Bereich überhaupt.

Dabei geht dieser Konsum nicht kaputt, liegt nicht rum, fängt kein Staub ein, macht die Schränke nicht voll, füllt keine Kisten im Keller und landet auch nie auf dem Müll.

Diesen vergessenen Konsum kann uns niemand mehr nehmen. Wir nutzen ihn für den Rest unseres Lebens: Unsere Bildung. Unsere Fähigkeiten.

 

Wir geben 5 Mal so viel Geld für Bekleidung & Schuhe aus wie für unsere Bildung. Überspitzt zusammengefasst: Das Aussehen zählt mehr als der Verstand.

Jetzt wird jemand sagen, dass man das nicht vergleichen kann. Aber warum?

Sind uns Bildung und unsere Fähigkeiten nur etwas wert, wenn es der Staat oder der Arbeitgeber bezahlt?

Was ist, wenn wir uns in einem Bereich weiterbilden wollen, der nur wenig mit der aktuellen Stelle zu tun hat, uns aber interessiert? Was ist mit unseren persönlichen Fähigkeiten, die wir rein privat gerne erlernen oder verbessern wollen?

Beispielsweise Malen, Fotografieren, Gesang, Sprachen oder diverse Sportarten. Themen, die wir nur mit einem Trainer / Lehrer erlernen können. All das was wir „immer schon mal lernen wollten“.

Und doch nehmen wir uns für den Ausbau unserer Fähigkeiten viel zu selten die nötige Zeit. Warum?

Das kann nur jeder für sich beantworten. Ausreden gibt es bekanntlich viele. Und doch gilt:

Was wir morgen können wollen, müssen wir heute erlernen.

Sigung Günther

 

Mehr zum Thema: Wie wir unsere Gewohnheiten ändern

 

Quelle: DeStatis – Private Konsumausgaben Deutschland (2016), EVS, Link

Artikelbild: Unsplash, Leeroy

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