Soziales

Ein frohes Fest, einen guten Rutsch und eine inspirierende Kurzgeschichte

Christmas_Chelsea Francis
Florian
Geschrieben von Florian

Die Adventszeit hat begonnen. Typischerweise verspricht der Kalender wenig Freiraum. Es gilt noch viel zu tun, u.a. Schreibtisch abarbeiten, Geschenke kaufen, Weihnachtsfeiern und Freunde treffen. Gleichzeitig wünscht sich jeder mehr Ruhe und Gelassenheit im Alltag.

Wir die Autoren von nachhaltig-sein.info – Leena, Kilian und Florian – wünschen Ihnen daher besinnliche und erholsame Weihnachten und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Das neue Jahr bringt meist neue Vorsätze mit, so z.B. die Gewohnheiten umzustellen und mehr Sport zu machen (das Weihnachtsessen muss wieder runter), es etwas langsamer angehen zu lassen (die Ruhe hat einem Gefallen) sowie häufiger Familie und Freunde zu treffen („wir müssen uns mal häufiger sehen“).

Doch häufig ist die Umsetzung schwer. Schnell kommt man wieder in seinen alten Trott. Ein Grund mag sein, dass man mehr machen und gleichzeitig Ruhe will. Ein Widerspruch.

Die folgende Kurzgeschichte wurde von einem unbekannten Autor in Anlehnung an Heinrich Bölls „Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral“ aus dem Jahr 1963 verfasst. Der Fischer in dieser Geschichte hat seine Wahl getroffen. Inspirierend.

 

Ein Investmentbanker stand in einem kleinen mexikanischen Fischerdorf am Pier und beobachtete, wie ein kleines Fischerboot mit einem Fischer an Bord anlegte; er hatte einige große Thunfische geladen. Der Banker gratulierte dem Mexikaner zu seinem prächtigen Fang und fragte, wie lange er dazu gebraucht habe. Der Mexikaner antwortete: ” Nicht lange ein paar Stunden nur.”

Warum er denn nicht länger auf See geblieben sei, um noch mehr zu fangen, fragte der Banker. Der Mexikaner sagte, die Fische reichten ihm, um seine Familie die nächsten Tage zu versorgen. Der Banker bohrte weiter: “Aber was tust Du denn mit dem Rest des Tages?” Der Fischer: “Ich schlafe morgens aus, gehe ein bisschen fischen; spiele mit meinen Kindern, mache mit meiner Frau Maria nach dem Mittagessen eine Siesta, gehe im Dorf spazieren, trinke dort ein Gläschen Wein und spiele Gitarre mit meinen Freunden, so habe ich ein ausgefülltes Leben”.

Der Banker erklärte: “Ich bin ein Harvard-Absolvent und könnte Dir ein bisschen helfen. Du solltest mehr Zeit mit Fischen verbringen und von dem Erlös ein größeres Boot kaufen. Damit könntest Du mehrere Boote kaufen, bis Du eine ganze Flotte hast. Statt den Fang an einen Händler zu verkaufen, könntest Du direkt an eine Fischfabrik verkaufen und schließlich eine eigene Fischverarbeitungsfabrik eröffnen. Du könntest Produktion, Verarbeitung und Vertrieb selbst kontrollieren. Du könntest dann dieses kleine Fischerdorf verlassen und nach Mexiko City, Los Angeles oder vielleicht sogar nach New York City umziehen, von wo aus Du dann Dein florierendes Unternehmen leitest.”

Der Mexikaner fragte: “Und wie lange wird dies alles dauern?” Der Banker antwortete: “So etwa 15 bis 20 Jahre.” “Und was dann?” fragte der Fischer. Der Banker lachte und sagte: “Dann kommt das Beste. Wenn die Zeit reif ist, könntest Du mit Deinem Unternehmen an die Börse gehen; Deine Unternehmensanteile verkaufen und sehr reich werden. Du könntest Millionen verdienen.”

Der Mexikaner meinte: “Millionen. Und dann?” Darauf der Banker: “Dann könntest Du aufhören zu arbeiten. Du könntest in ein kleines Fischerdorf an der Küste ziehen, morgens lange ausschlafen, ein bisschen fischen gehen, mit Deinen Kindern spielen, eine Siesta mit Deiner Frau halten, im Dorf spazieren, am Abend ein Gläschen Wein genießen und mit Deinen Freunden Gitarre spielen.”

 

Artikelbild: Unsplash, Chelsea Francis

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