Lebensweise Privatpersonen

Wie versorgungssicher unser Strom ist: Öko-, Kohle- & Atomstrom (Teil 1)

Florian
Geschrieben von Florian

„Versorgungssicher, sauber und bezahlbar“ soll laut unseren Politikern Strom sein. Das klingt schon mal gut. Würde Transparenz herrschen, wäre eine ganzheitliche Meinungsbildung auch möglich. Aber es gibt die Angstmache über mögliche Blackouts wegen der Energiewende, die für die Öffentlichkeit gedachte Wahrheit und die echte Wahrheit. Der Unterschied mag sprachlich gesehen klein erscheinen, ist aber immens und deutlich größer als ich dachte. Genau dieser Unterschied und die echte Wahrheit stehen hier im Fokus, denn sie ist für die Meinungsbildung entscheidend. In 3 Teilen werden die drei Aspekte versorgungssicher (dieser hier), sauber und bezahlbar umfassend behandelt.

 

Versorgungssicher, ist das möglich?

2008 legte das Umweltbundesamt eine Studie vor, die vor dem Hintergrund des geplanten Atomausstiegs bis 2020 erstellt wurde. Die Kernaussage: „Die Versorgungssicherheit mit Strom ist in Deutschland nicht gefährdet – eine „Stromlücke” ist nicht zu erwarten”, sagte Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamtes. Eine Studie von der Deutschen Energie Agentur (DENA) aus dem Jahr 2008 war allerdings anderer Meinung:  bereits in 2012 solle durch den Atomausstieg eine Stromlücke entstehen. Die Studie wurde mit dem Regierungsbericht zur Versorgungssicherheit allerdings amtlich widerlegt. Die Gutachter vom Öko-Institut waren sich einig, dass die Stromversorgung trotz des Ausbaus der erneuerbaren Energie versorgungssicher ist. Weitergehende Kritik von Greenpeace zur zum Thema Stromlücke ist hier zu finden.

Dank eines intelligenten Zusammenspiels aus Wind, Wasser, Sonne und Biomasse kann Strom aus erneuerbarer Energie versorgungssicher sein. Für eine 100%-ige Stromversorgung bedarf es Investitionen in Stromnetze, Speichertechnologien und Schattenkraftwerke. Schattenkraftwerke sind i.d.R. Wasserkraftwerke (Talsperren) und Gasturbinenkraftwerke, die im Bedarfsfall schnell hinzugeschaltet werden können. Gerade der so wichtige Ausbau der Netze, um Windstrom in den Süden und Solarstrom in den Norden zu transportieren, stagniert allerdings: Erst 14,5% des prioritären Stromnetzes sind gebaut.

Wir haben also keine Versorgungslücke, sondern eine Handlungslücke unserer Regierung.

Diese Handlungen müssen folgen und von den Bürgern eingefordert werden. Und der Umstieg ist sehr wichtig: Denn aufgrund der Endlichkeit der Ressource Kohle und Uran kann nur Strom aus erneuerbarer Energie die Zukunft sein.

 

Wie viel Kohle und Uran haben wir noch?

Karte Urangewinnung

Die 10 Staaten mit der weltweit höchsten Menge an gefördertem Uran (2008) von Wiki Commons Carport

Das Peak-Uran ist um das Jahr 2015, so eine neue Studie der ETH Zürich. Eine andere Studie vom MIT schätzt dies weniger skeptisch, aber nennt keine Zahl. Fakt ist: Unser jährlicher Uran-Bedarf liegt bei 60.000 Tonnen, den wir schon seit den 90-er Jahren über bestehende Uranlager bedienen müssen.  Unser Bedarf wird zudem bis 2030 aufgrund der neuen Bauprojekte auf ca. 68.000 Tonnen steigen. Zu den größten Produzenten der Welt gehören Kanada, Kasachstan, Australien und Namibia (siehe Grafik).

Das Peak-Kohle ist voraussichtlich 2030, besagt eine Studie der Energy Watch Group. Der Kohle-Bedarf ist horrend: Pro Woche geht in China mindestens ein Kohlekraftwerk ans Netz. Und noch wichtiger: China ist bereits heute schon Netto-Importeur. Kohle ist bei der Stromerzeugung weltweit mit mehr als 40% der wichtigste Energierohstoff. Auch in Deutschland ist Kohle trotz oder aufgrund des schnellen Atomausstiegs stärker denn je: Stromproduktion aus Braunkohle hat 2013 einen Rekordwert erreicht. Dies macht die erreichte Verringerung der CO2-Emissionen durch erneuerbare Energien wieder zunichte. Und wieder von Versorgungslücke keine Spur: Deutschland hat 2013 an 8 von 10 Tagen mehr Strom exportiert als importiert, meist Kohlestrom.

Spätestens wenn die Fördermaxima (Peak) von Kohle und Uran überschritten sind, sind horrende Preisanstiege vorprogrammiert. Ebnen und unterstützen wir jetzt nicht den Weg hin zu erneuerbarer Energie sind wir den steigenden Strompreisen hoffnungslos ausgeliefert.

 

Ein heutiger Wechsel zum Ökostrom sichert Versorgungssicherheit von morgen. Utopia hat eine Bestenliste mit Ökostrom-Anbietern erstellt. Ein Wechsel ist sehr einfach.

 

Teil 2: Wie sauber ist unser Strom.

Teil 3: Wie bezahlbar ist unser Strom wirklich, inklusive Infografik.

 

Artikelbild: morguefile.com

Print Friendly, PDF & Email

7 Kommentare