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Ein großer Rückschlag: Kein Naturschutzgebiet im Rossmeer (Antarktis)

Florian
Geschrieben von Florian

Gestern war ein trauriger Tag: Wir haben eine einzigartige Chance im Kampf um Artensterben, Überfischung und Klimawandel verpasst. Die Chance ein 3,8 Mio. Quadratkilometer großes Naturschutzgebiet, das fast so groß ist wie die EU, zu sichern. Die Chance, den letzten wilden Ozean zu erhalten. Ein Gebiet, das u.a. Pinguine, Wale, Robben, Delfine, Thunfisch, Albatrosse und über 10.000 weitere Tierarten ihre Heimat nennen. Und immer wieder werden neue Tierarten entdeckt. Es handelt sich um ein Gebiet mit dem letzten (!) weitgehend intakten Ökosystem: das ROSSMEER in der Antarktis.

Aber von Anfang an:
Letzten Oktober hat die Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) getagt, um über die Schaffung eines Meeresschutzgebietes im Rossmeer zu verhandeln. Aufgrund der hohen Bedeutung haben sich über 30 Naturschutzorganisationen zu einer Allianz zusammengeschlossen: Die Antarctic Ocean Alliance (AOA), auch mit bekannten Gesichtern wie Leonardo Di Caprio, Edward Norton, Richard Branson und Sylvia Earle. Die Konferenz im Oktober 2012 in Hobart (Australien) scheiterte an Russland, der Ukraine, Norwegen, Japan und China. Der Grund: wirtschaftliche Probleme durch Beschränkungen der Fischerei. Denn es wäre mehrheitlich verboten gewesen zu fischen und Rohstoffe zu fördern. Leider keine überraschenden Einwände.

Gestern (16.07.2013) versammelte sich die CCAMLR in einer außerordentlichen Sitzung in Bremerhaven erneut, um über die Schaffung des größten Meeresschutzgebietes weltweit im Rossmeer und der Ost-Antarktis zu tagen. Doch die Konferenz scheiterte an Russland. Es war ein einstimmiger Beschluss aller 25 CCAMLR-Mitglieder notwendig. Der Grund Russlands: Es mangele „vollen rechtlichen Grundlage der Tätigkeit der Kommission in Bezug auf die Einrichtung eines solchen Bereichs“. Für alle Beteiligten ein unerwartete Handlung.

„Ich habe noch nie so enttäuschende Verhandlungen erlebt“, sagte Meeresexpertin Menn bei Greenpeace. Steve Campbell, Direktor der AOA: “After two years of preparation, including this meeting, which Russia requested to settle the scientific case for the Ross Sea and East Antarctic proposals, we leave with nothing. All Members, except Russia, came to this meeting to negotiate in good faith. Extraordinary missed opportunity.” Vielen Dank für den Einsatz !

Es gab unterschiedliche Vorschläge der jeweiligen Länder über die Schutzzonen (siehe Grafik). Der Schutz des Rossmeeres war ein wesentlicher Baustein der internationalen Staatengemeinschaft ihrem Ziel bis 2020 10% des Küsten- und Meeresgewässers zu näher zu kommen. Aktuell sind nur 2% geschützt.

Bei der nächsten Sitzung der CCAMLR im Oktober 2013 in Hobart muss „unbedingt“ ein Konsens gefunden werden. Um dies zu erreichen, sind wir alle gefragt. Ich bitte daher, die Petition der AOA unter Antarcticocean.org zu unterzeichnen und Euren Freunden/Kollegen davon zu erzählen. Schweigen und nichts tun ist keine Lösung.

Die Infografik zeigt die Gründe, die Antarktis zu schützen. Ebenso gibt es ein sehenswertes Video der AOA.

 

 

Nachfolgend einige Impressionen aus dem Rossmeer. Sie stammen von der AOA-Webseite.

 

Artikelbild: morguefile.com

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