Lebensweise Privatpersonen

Wie man nachhaltiger heiraten kann: Unsere Green Wedding

Florian
Geschrieben von Florian

Der 30. August 2013 war der große Tag: Unsere Hochzeit.

Es ist ein sehr besonderer Tag an dem Familie und enge Freunde zusammenkommen und gemeinsam essen, trinken und feiern. Es war ein fantastisches Fest.

Eine jede Veranstaltung – so auch die Hochzeitsfeier – hat aber in Bezug auf unseren ökologischen Fußabdruck ihre Schattenseiten. Wir reden und leben Nachhaltigkeit im Alltag und wollten bei der Hochzeit daher keine Ausnahme machen. Also haben wir alles daran gesetzt, eine nachhaltige Hochzeit – eine so genannte Green Wedding – zu gestalten. Das war teils gar nicht so leicht.

Unsere Maßnahmen für eine Green Wedding teilen wir gerne.

Eine wesentliche Erkenntnis vorab: Eine Green Wedding ist keine Einschränkung, kein Spaß-Verzicht und auch nicht mehr Kosten. Es vielmehr ein sehr bewusstes Auseinandersetzen mit der Hochzeit. Genau dies macht sie dann auch besonders – für das Brautpaar und die Gäste.

 

Vermeidung / Reduktion

  • Wein, Sekt und Weinbrände aus der Region
  • Schmuck und Eheringe aus fair gehandelten Rohstoffen
  • Tischwäsche im Zelt aus Bio-Baumwolle
  • Caterer, Floristin, Goldschmiedin, Frisör, Musiker, DJ und Stylistin kommen aus Wiesbaden. Bei der Fotografin haben wir mit Stuttgart eine Ausnahme gemacht
  • Gute Zuganbindung zum Standesamt, Ort der Feier und Hotel
  • Standesamt, Ort der Feier und Wohnort liegen nah beieinander, um lange Anfahrten und Übernachtungen zu reduzieren
  • Ort der Feier und Hotel in wenigen Geh-Minuten erreichbar
  • Dekoration aus gebrauchten, draußen gesammelten, recycelten oder natürlichen Gegenständen. Ausnahme: farbe, Kleber und Fotos
  • Blumengestecke aus saisonalen Wiesen-Blumen
  • Brautkleid – Made in Germany
  • Mehrheitlich Verwendung regionaler und saisonaler Lebensmittel, eine vegetarische Hauptspeise vorhanden
  • Einfrieren aller Reste vom Essen (nichts weggeworfen)

 

Kompensation

Trotz aller Maßnahmen sind durch die Hochzeitsfeier bei knapp 70 Gästen, insb. durch die An- und Abreisen, ca. 4 Tonnen CO2 entstanden sowie durch die Hochzeitsreise nach Schottland weitere 2,4 Tonnen CO2. Diese haben wir über die Klimarebellen kompensiert.

 

Kommunikation

Die Kommunikation dieser Aktivitäten erfolgte verbal als Teil der Rede und in Form einer selbst gebastelten Infotafel, die an der Hochzeitsfeier aushing.

 

Fazit

So haben wir unsere Hochzeit nachhaltiger gestaltet. Wir sagen nicht, dass wir damit der Maßstab aller Green Weddings sind/waren. Es gibt sicherlich noch viele weitere Maßnahmen.

Daher: Welche Maßnahmen gibt es noch? Wer hat ebenso Erfahrungen mit einer Green Wedding?

 

Infografik

Auf dem Hochzeitsblog „Fräulein K sagt Ja“ gibt es ein Interview mit Details zu unserer Hochzeit. Im Rahmen des Interviews wurde auch eine Infografik für eine Green Wedding erstellt, die eine tolle Hilfestellung für nachhaltigeres Heiraten gibt.

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3 Kommentare

  • Eine Green Wedding vorzubereiten und durchzuführen stelle ich mir als schwieriges Unterfangen vor. Einerseits macht man die Feier für sich und möchte/sollte den Tag so gestalten, dass er mit der eigenen Lebensphilosophie kompatibel ist. Andererseits möchte man aber auch, dass die geladenen Gäste sich wohl fühlen und die Feier in vollen Zügen genießen.

    Ich glaube, ihr habt einen guten Mittelweg gewählt: Ihr habt bewusst eure Ideologie vermittelt, ohne sie den Gästen zu oktroyieren. Die Maßnahmen, die ihr zur Vermeidung/Reduktion gewählt habt, finde ich sehr ansprechend: Bewusste Zeichen setzen, ohne auf große Entbehrungen zu verzichten. Großes Lob – regt zum Nachahmen an ;)!

  • Nochmals Danke für die Einladung zu Eurer phantastischen Hochzeit! Ich wünsche Euch, dass Eure Ehe genauso „nachhaltig“ ist! 🙂