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Mehr als Honig: Warum das Bienensterben schwere Folgen für Umwelt & Mensch hat

Leena
Geschrieben von Leena

Der Ausspruch „fleißiges Bienchen“ kommt nicht von ungefähr: Bienen sind klein, aber sie haben einen großen Einfluss auf das Ökosystem. Gerade deshalb kann das Bienensterben zu fatalen Folgen für Mensch und Umwelt führen. Denn Bienen erzeugen nicht nur leckeren Honig, sie bestäuben auch rund 80 Prozent der Pflanzen und sichern damit das Überleben von Bäumen, Blumen und Gräsern und damit unserem Essen. Bienenprodukte sind u.a. Äpfel, Erdbeeren, Mandeln und Tomaten. Die Biene ist damit das drittwichtigste Nutztier des Menschen und sorgt für eine volkswirtschafliche Leistung von jährlich 2 Mrd. Euro. Zudem sagen Forscher: Würde es keine Bienen mehr geben, wären wir Menschen nach4 Jahren ausgestorben.

Das Leben der Biene ist weltweit sehr bedroht. Laut einem Bericht der UNEP und Greenpeace sind im letzten Winter viele Bienen gestorben: in den USA 30%, im Nahen Osten 85% (Zahl aus 2012), in Europa 20% und in Deutschland 30%. Die Gründe sind vielfältig: Varroa-Milbe (Parasiten), Pestizide, Futtermangel, Umweltbelastungen, fehlende Pflanzenvielfalt und klimatische Veränderungen.

Als wesentliches Problem benennen Imker die Pestizide, die wie Nervengifte wirken. Durch sie verlieren die Bienen die Orientierung, ihre Kommunikationsfähigkeit und das Vermögen, sich um ihren Nachwuchs zu kümmern. Mit jedem Flug transportieren die Helferinnen eine kleine Menge des Mittels in den Stock, wo es mit den anderen Bienen in Kontakt kommt.

Ende Mai hat die EU durchgegriffen und drei Pflanzenschutzmittel verboten, die von der europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit als Gefahr für die kleinen Honigsammler eingestuft wurden. Ab 1. Dezember 2013 dürfen die Pestizide Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam zwei Jahre lang nicht mehr verwendet werden. Ein kleiner Erfolg, der dennoch nicht für alle Felder gilt, sondern auf den Mais-, Sonnenblumen-, Raps- und Baumwollanbau beschränkt ist. Zudem hat die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) auch Fipronil als gefährlich für Bienen eingestuft.

Neben den Pestiziden leiden die Bienen auch unter der Varroa-Milbe und Futtermangel. Letzterer entsteht dadurch, dass es immer mehr Monokulturen und weniger naturbelassene Landstriche gibt, die Wiesen oft schon vor der Blütezeit gemäht werden und auch die Blumenvielfalt in den ländlichen und städtische Gärten zurückgeht. Hinzu kommt, dass in diesem Jahr das schlechte Wetter den Insekten stark zu schaffen macht, denn bei Regen können sie nicht fliegen.

Ein weiteres Problem ist, dass die Zahl der Imker in den letzten Jahren stetig zurück gegangen ist. Ein Lichtblick sind die Großstadt-(Hobby)-Imker, die sich zunehmender Beliebtheit erfreuen. Sie haben sich unter der Initiative „Deutschland summt“ zusammengeschlossen.

 

Was können wir machen?

  • Ganz einfach blühende und damit bienenfreundliche Blumen pflanzen. Wichtig dabei ist, dass es heimische Blumen sind, die über Nektar verfügen. Falsch sind daher Geranien und Petunien.
    Richtig sind Glockenblumen, Günzel, Margariten, Schnittlauch-Arten, Katzenminze, Schmuckkörbchen (Cosmea), Salbei, Lavendel, Gamander, Herbstastern und Thymian. Diese Pflanzen mögen auch Schmetterlinge und Hummeln.
    Übrigens: Bienen mögen keine Marmelade oder Aufschnitt und sind damit kein Gefahr für das Frühstück auf dem Balkon. Bienen wollen nur Pollen und Nektar.
  • Ein Bienenhotel für den Winter kaufen, das nach Süden ausgerichtet sein und möglichst viel Holz beinhalten sollte. Das gibt es im Baumarkt oder online.
  • Im Garten die Wiese nur maximal 2 Mal im Jahr mähen.
  • Selber Imker werden. Andreas Pixis bietet z.B. einen 1-Tages Imker-Kurs an.
  • Mehr Informationen zu Bienen gibt es bei Hobos. Dort gibt es sogar eine Webcam im Bienenstock.

 

Zur Veranschaulichung der Wichtigkeit von Bienen:

So würde unser Supermarkt ohne Bienen aussehen…

 

Und so wenn es weiterhin Bienen gibt…

 

Weitere Artikel in diesem Bereich sind:

  • Warum Hunde gefährlicher sind als Haie: Ein Vergleich der tödlichsten Tiere der Welt. Weiter zum Artikel.
  • Die Bienen sind in Gefahr. Gründe für das Bienensterben, die politischen Maßnahmen und wie man durch die Pflanzen im eigenen Garten und Balkon helfen kann, verrät Cornelis Hemmer von Deutschland summt! in diesem Interview hier.
  • Geburtstag oder Weihnachten – wie man nachhaltig schenken und damit u. a. auch die Bienen unterstützen kann. Mehr dazu in diesem Artikel.

 

Artikelbild: picjumbo.com

Supermarkt-Bilder: io9

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9 Kommentare

      • Hey Peter!
        Stimmt – Bienen müssen sterben, wenn sie uns stechen, weil ihr Stachel einen Widerhaken hat, der in der Haut stecken bleibt. Wenn die Biene dann versucht, sich zu befreien, reißt sie sich fast immer den ganzen Hinterleib heraus und stirbt an der Wunde. Bienen sind aber nicht aggressiv, Wurstbrote oder Marmeladenbrötchen sind ihnen egal. Deshalb: Nicht verwechseln mit den Wespen. Die trinken gern mal eine Schluck Limo mit.

  • Hallo, bin zwar Laie bei dem Thema Bienen, kann aber 1 und 1 zusammenzählen Wir haben über viele Jahre die Bienen ihres Honigs beraubt und ihnen stattdessen Industriezucker gegeben. Der Honig enthält ein natürliches Antibiotikum, wodurch die Bienen vor Krankheiten geschützt sind. Wenn wir das ihr rauben, kann sie sich nicht mehr schützen – schon gar nicht mit so was Ungesundem wie Industriezucker, der auch Menschen krank macht. Vielleicht liegt das Problem in der Ausbeutung!

    • Hallo Heidi,

      danke für Deinen Kommentar. Soweit ich weiß, gibt es unterschiedliche Auswahl bei Futtermittel für Bienen, neben dem von Dir erwähnten Zucker auch der eigene Honig der Bienen oder Stärkesirupe. In welcher Menge die jeweiligen Futtermittel verwendet werden, kann ich nicht sagen. Scheinbar wird vor allem im Winter Zuckersirup gefüttert. Ich bin selbst auch kein Imker, werde mir Deinen Hinweis aber notieren und der Sache mal nachgehen.

  • Hallo leena!
    ich find das toll das du soviel information ,in einem text, preziese erlärt hast. während ich die Gründe des Aussterben der Biene suchte, hast du alles kurz und verständlich zusammengefasst.
    Vielen lieben Dank

    LG Bienchen

    • Hallo Bienchen!
      Vielen Dank für Deinen Kommentar und das Lob. Es freut mich, wenn Dir der Artikel weitergeholfen hat. 🙂
      Liebe Grüße, Leena