Lebensweise

Fünf Gerüchte über Bio & Nachhaltigkeit

Leena
Geschrieben von Leena

Es gibt Vorurteile und Gerüchte, die sich hartnäckig halten. Gerade in Bezug auf Nachhaltigkeit, Bio-Produkte, Umwelt- oder Klimaschutz hört man sie immer wieder. Aber was steckt wirklich dahinter? Ich habe fünf Gerüchte ausgesucht und geprüft.

„Der Feldhamster verhindert Bauprojekte und kostet Arbeitsplätze.“

Das ist ein Vorurteil, dem der Hamster nicht gerecht wird. Seit 1998 bis 2005 wurden deutschlandweit lediglich 24 Bauvorhaben durch den kleinen Nager gestoppt – zunächst! Denn in 23 Fällen wurden diese Projekte später trotzdem umgesetzt. Nur ein Golfplatz in Hessen wurde nicht gebaut. Der Feldhamster hat damit keinen wesentlichen Einfluss auf den ökonomischen Erfolg der Bauindustrie. Mehr zum Artenschutz und seiner Bedeutung gibt es hier.

„Nachhaltiger Konsum ist teuer! Das kann man sich nicht leisten!“

Das kann so sein, muss aber nicht. Steigt man zum Beispiel bei kurzen Strecken vom Auto aufs Rad um, schont man den Geldbeutel. Und verstehen wir als Verbraucher den Begriff „nachhaltigen Konsum“ als „reduzieren des eigenen Konsums“, bedeutet das Verzicht und damit weniger Ausgaben. Aber: Natürlich müssen wir essen. In einer Untersuchung des Statistischen Bundesamtes zu Nahrungsmitteln, Getränken und Tabakwaren hat sich gezeigt, dass bei unverändertem Konsumverhalten die ökologischen Alternativen mit deutlich höheren Kosten verbunden sind – allerdings nur, wenn man auf Marken fixiert ist. Bis zu 70% mehr kann dann ein Warenkorb kosten. Kauft man allerdings markenlose Produkte, sinkt der Preisaufschlag deutlich und man zahlt als Konsument nur noch 5% mehr als beim konventionellen Einkauf.

„Mülltrennung bringt der Umwelt gar nichts!“

Doch, und zwar besonders bei Papier und Glas. Die Recyclingquote von Papier liegt bei 83% und Altpapier kann bis zu fünf Mal wiederverwertet werden. Die Herstellung von Altpapier braucht weniger Energie, weniger Wasser, keine frischen Holzfasern und verursacht weniger CO2. Auch beim Glas sieht die Bilanz sehr gut aus: Es lässt sich beliebig oft einschmelzen und spart Rohmaterial, ganz ohne Qualitätsverluste. 82% unserer Flaschen und Gläser werden recycelt. Dieser Artikel verrät, wie viel Müll wir insgesamt produzieren.

„Bio-Obst und Bio-Gemüse verschimmelt nach kurzer Zeit.“

Bio-Obst und -Gemüse unterliegt dem ganz normalen und natürlichen Alterungsprozess. Es wurde nicht mit Chemie besprüht und nicht bestrahlt. Wichtig ist hier die richtige Lagerung, um die Haltbarkeit zu erhöhen. Kürbis, Gurken und Tomaten halten sich zum Beispiel auf Zimmertemperatur am besten. Andere Produkte sollten im Gemüsefach im Kühlschrank gelagert werden oder in einem nicht zu trockenen Keller. Besser haltbar sind Produkte auch dann, wenn sie noch ihre Wurzeln und ihr Grünzeug haben und ungewaschen sind, z. B. Karotten. Sie besitzen nämlich eine natürliche Schutzschicht und bleiben dadurch länger frisch.

„Nachhaltige Mode sieht aus wie ein Kartoffelsack.“

Das ist schon lange nicht mehr so! Es gibt mittlerweile viele Modelabels, Läden und Online-Shops, in denen moderne, schicke Mode verkauft wird, die ökologisch und sozial nachhaltig ist. Wer das nicht glaubt, braucht nur zu googeln und wird schnell fündig. Übrigens ist auch Second-Hand-Mode eine gute Möglichkeit, um den Lebenszyklus von Kleidung zu verlängern und Ressourcen zu sparen. Hier lesen Sie mehr dazu, was eine Jeans die Umwelt wirklich kostet.

Quellen: Artikelfoto: Jonathan Simcoe, unsplash.com // Bundesamt für Naturschutz (2005): Hintergrund-Info. Naturschutz. Feldhamster. In: Online. // Erwand, Anne (2013): Die größten Bio-Vorurteile. In: Online. // Statistisches Bundesamt (2015): Ist ökologischer Konsum teurer? In: Online. // Uken, Marlies (o. J.): Der Müll und die Mythen. In: Online.

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